Kolumbien – Kinderhilfsprojekt in den Slums von Bogotá

Kolumbien

Der Hamburger Verein Ninos de la Tierra unterstützt seit zehn Jahren ein außergewöhnliches soziales Kinderhilfsprojekt in den Slums der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Die dortige kleine Stiftung Laudes Infantis unterhält in vier Armenvierteln von den Bewohnern selbstverwaltete Gemeindehäuser mit Bildungs- und Betreuungsangeboten für Jugendliche und Familien, Krippen und Horte, Spielplätzen sowie öffentlichem Speisesaal mit täglich mehr als 300 Mahlzeiten. In einem weiteren Viertel bietet ein Aus- und Weiterbildungszentrum Kurse für Berufsqualifizierungen, Existenzgründungen und Kleinunternehmen an. Die beiden Gründerinnen, zwei Sozialarbeiterinnen aus der Straßensozialarbeit, haben zudem kürzlich ein für Bogotá richtungsweisendes Recyclingprojekt „Mundo Carton“, gestartet. Die Verbindung zu Laudes Infantis und die Gründung von Ninos de la Tierra entstand 2002 durch ein Gastspiel des Thalia Theaters in Bogotá. Viele Thalia Theater-Fans lernten bei den Lessingtagen 2011 die Theatergruppe „Wuatapuy“ mit Laiendarstellern aus den Gemeinden kennen.

Die Arbeit von Laudes Infantis vollzieht sich unter strikter Anwendung zweier Prinzipien: 1. Es wird nur Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Ziel sind Selbstverwaltung und Eigenverantwortung. 2. Im Gegensatz zum „Almosenprinzip“ gilt: Nur der erhält, der auch etwas gibt. Das Herz des Projektes ist der Tauschhandel – ob ein Kind mit Material beim Schulbesuch unterstützt wird, eine Mutter einen Computerkursus besucht, ein Vater psychologische Beratung bei Gewalt in der Familie erfährt – jeder, der eine Leistung erhält, erbringt eine Gegenleistung. So verpflichtet sich das Kind zum Schulbesuch, die Mutter setzt sich im Recyclingprojekt Mundo Carton ein, der Vater übernimmt Bauarbeiten in den Gemeinschaftseinrichtungen. Jede Leistung also generiert eine andere, hilft dem Einzelnen und stärkt die Gemeinschaft. Das Besondere: Kein Euro versickert in Verwaltung oder Korruption, sondern vermehrt sich durch das besondere Prinzip des Tauschhandels. Ganz nebenbei bewirkt dieses eine gewaltige Steigerung des individuellen Selbstwertgefühls: Was ich einbringe, hat einen „Wert“, bereichert die Gemeinschaft und schafft „Mehrwert“. Dafür betreiben die Gemeinden je eine eigene Banco des Trueque – eine Tauschhandelsbank mit Büro und Kontoführung.

Auf ihrer Website www.laudesinfantis.org informiert die Stiftung  anschaulich über alle Aktivitäten. 

Ninos de la Tierra und seit 2014 die Stiftung Chancen für Kinder unterstützt diese Arbeit durch Geldspenden für Bauten und Anschaffungen sowie eigenen Einsatz vor Ort. Ninos de la Tierra hat die Projekte besucht und teilweise mehrere Monate lang mitgearbeitet. Das Engagement in der Stiftung, das Verantwortungsbewusstsein in den altersgemischten Selbstverwaltungsteams, das herzliche Miteinander in den Gemeinden hat nachhaltig beeindruckt – wir sind davon überzeugt, dass die hier erst 1999 begonnene Arbeit in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern adaptiert werden kann. Denn auch für uns gilt: Wir geben nicht nur, wir können von diesen Menschen viel lernen und übernehmen. Mit Unterstützung unseres B.A.U.M.-Mitglieds Theo Besgen (BeoPlast Besgen GmbH) ist für 2015 die Installation einer Solaranlage geplant (Wert: 10.000 Euro plus Installation).

Kolumbien – Kinderhilfsprojekt in den Slums von Bogotá

Kolumbien

Der Hamburger Verein Ninos de la Tierra unterstützt seit zehn Jahren ein außergewöhnliches soziales Kinderhilfsprojekt in den Slums der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Die dortige kleine Stiftung Laudes Infantis unterhält in vier Armenvierteln von den Bewohnern selbstverwaltete Gemeindehäuser mit Bildungs- und Betreuungsangeboten für Jugendliche und Familien, Krippen und Horte, Spielplätzen sowie öffentlichem Speisesaal mit täglich mehr als 300 Mahlzeiten. In einem weiteren Viertel bietet ein Aus- und Weiterbildungszentrum Kurse für Berufsqualifizierungen, Existenzgründungen und Kleinunternehmen an. Die beiden Gründerinnen, zwei Sozialarbeiterinnen aus der Straßensozialarbeit, haben zudem kürzlich ein für Bogotá richtungsweisendes Recyclingprojekt „Mundo Carton“, gestartet. Die Verbindung zu Laudes Infantis und die Gründung von Ninos de la Tierra entstand 2002 durch ein Gastspiel des Thalia Theaters in Bogotá. Viele Thalia Theater-Fans lernten bei den Lessingtagen 2011 die Theatergruppe „Wuatapuy“ mit Laiendarstellern aus den Gemeinden kennen.

Die Arbeit von Laudes Infantis vollzieht sich unter strikter Anwendung zweier Prinzipien: 1. Es wird nur Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Ziel sind Selbstverwaltung und Eigenverantwortung. 2. Im Gegensatz zum „Almosenprinzip“ gilt: Nur der erhält, der auch etwas gibt. Das Herz des Projektes ist der Tauschhandel – ob ein Kind mit Material beim Schulbesuch unterstützt wird, eine Mutter einen Computerkursus besucht, ein Vater psychologische Beratung bei Gewalt in der Familie erfährt – jeder, der eine Leistung erhält, erbringt eine Gegenleistung. So verpflichtet sich das Kind zum Schulbesuch, die Mutter setzt sich im Recyclingprojekt Mundo Carton ein, der Vater übernimmt Bauarbeiten in den Gemeinschaftseinrichtungen. Jede Leistung also generiert eine andere, hilft dem Einzelnen und stärkt die Gemeinschaft. Das Besondere: Kein Euro versickert in Verwaltung oder Korruption, sondern vermehrt sich durch das besondere Prinzip des Tauschhandels. Ganz nebenbei bewirkt dieses eine gewaltige Steigerung des individuellen Selbstwertgefühls: Was ich einbringe, hat einen „Wert“, bereichert die Gemeinschaft und schafft „Mehrwert“. Dafür betreiben die Gemeinden je eine eigene Banco des Trueque – eine Tauschhandelsbank mit Büro und Kontoführung.

Auf ihrer Website www.laudesinfantis.org informiert die Stiftung  anschaulich über alle Aktivitäten. 

Ninos de la Tierra und seit 2014 die Stiftung Chancen für Kinder unterstützt diese Arbeit durch Geldspenden für Bauten und Anschaffungen sowie eigenen Einsatz vor Ort. Ninos de la Tierra hat die Projekte besucht und teilweise mehrere Monate lang mitgearbeitet. Das Engagement in der Stiftung, das Verantwortungsbewusstsein in den altersgemischten Selbstverwaltungsteams, das herzliche Miteinander in den Gemeinden hat nachhaltig beeindruckt – wir sind davon überzeugt, dass die hier erst 1999 begonnene Arbeit in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern adaptiert werden kann. Denn auch für uns gilt: Wir geben nicht nur, wir können von diesen Menschen viel lernen und übernehmen. Mit Unterstützung unseres B.A.U.M.-Mitglieds Theo Besgen (BeoPlast Besgen GmbH) ist für 2015 die Installation einer Solaranlage geplant (Wert: 10.000 Euro plus Installation).