Naretoi-wir kommen zusammen

Schulaufbau in der Massai-Gemeinde in Selenkay, Kenia

Selenkay ist eine Region im Südwesten Kenias in der Provinz Kajiado. Es ist ein Gebiet, was traditionellerweise den Massai, einer ostafrikanischen Volksgruppe, gehört. Ca. vier Autostunden von Nairobi entfernt, ist die Landschaft von dornigen Akazien und gelben, dürren Gras auf roter, staubiger Erde geprägt. Die Massai Gemeinde möchte mit Hilfe der GLS Zukunftsstiftung Entwicklung eine waldorfinspirierte Volksschule aufbauen. Auch praktische Fähigkeiten stehen mit auf dem Lehrplan. Dieses Vorhaben leitet Leonard Onetu, der die gemeinnützige Organisation AMDO zu diesem Zweck gründete. Er genießt ein sehr hohes Ansehen in seiner Gemeinde und AMDO hat die nötigen Kapazitäten entwickelt, den Kindergarten und die Grundschule in Selbstverwaltung zu betreuen und Bauvorhaben zu organisieren und umzusetzen.

Ca. 5.000 Familien leben auf dem gemeinschaftlich-verwalteten Land (sog. Group Ranches) in Selenkay. Die Massai-Gemeinde lebt von der Viehzucht. Zyklisch auftretende Dürren bedrohen ihr Leben existenziell. Bedingt dadurch leben die Massai von Selenkay halbnomadisch. Sie sind in ihrem Gebiet anzutreffen, wenn es ausreichend geregnet hat und genügend Gras für die Tierherde existiert. Sobald Dürren auftreten, was aufgrund des Klimawandels immer öfter geschieht, ziehen die Männer mit ihrer Zucht in den Süden bis nach Tansania oder in den Norden des Landes, auf der Suche nach Gras und Wasser. 50% – 80% der Tiere sterben bei diesen langen und kräftezehrenden Märschen. Der zurückgelassenen Familien verbleiben im Gebiet von Selenkay mit einigen Tieren für die nötige Versorgung.

Für die Massai stellt die Schulbildung ihrer Kinder eine besondere Herausforderung dar. Eine Infrastruktur mit Kindergarten, Schule oder Gesundheitsstationen gab es vor Projektstart im Jahr 2011 nicht. Innerhalb der Group Ranch von Selenkay leben rund 2.000 Kinder im Grundschulalter. Insgesamt existieren jedoch nur zehn Kindergärten und fünf Grundschulen, meist sehr schlecht ausgestattet und mit langen Fußwegen für die Kinder verbunden. Weiterführende Schulen gibt es nicht.

Der Kindergarten Naretoi („Wir kommen zusammen“) konnte 2016 eingeweiht werden. Zwei weitere Klassengebäude mit jeweils zwei Klassenzimmern wurden bis 2021 fertiggestellt. Um eine nachhaltige Entwicklung des Kindergartens und der Schule zu erreichen, ist es wichtig, dass die Gemeinde die Einrichtung trägt und selbst verwaltet. Durch die positive Entwicklung fühlt sich die Gemeinde in dieser Aufgabe bestärkt. Jeder Aufbauschritt beinhaltet eine eigene Beitragsleistung der Gemeinde in Form von Arbeit oder vor Ort verfügbaren Materialien. Mit Hilfe der Organisation AMDO und ihrem Leiter Leonard Onetu wird der Aufbau dieses Unterstützungsnetzes angeleitet. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Vorhabens in Selenkay stellt das Porridge-Programm dar. Jeden Tag erhalten die Kinder eine Porridge-Mahlzeit, denn insbesondere die Kinder sind von unzureichender und unausgewogener Ernährung betroffen.

Um den Aufbau realisieren zu können, besteht noch weiterer Förderbedarf. So ist noch die Errichtung eines Schulgartens für die Selbstversorgung vorgesehen, Ausbildungen für die Lehrer*innen, sowie weitere Gebäude für den Schulkomplex.

Kenia – „Ghetto Classics“

Afrika steht vor ganz besonderen Herausforderungen. 100 Millionen Menschen planen nach aktuellen Informationen des Entwicklungsministeriums die Flucht nach Europa. Deshalb muss noch viel intensiver als bisher „Hilfe vor Ort“ angeboten werden. Wenn wir den jungen Menschen direkt vor Ort gezielt helfen, eine Schule zu besuchen, und sie mit Wasser, Strom und Nahrungsmitteln versorgen, werden sie in ihrer Heimat eine Perspektive haben.

Musikunterricht für Jugendliche
Die Musikerinnen von Salut Salon haben vor einiger Zeit begonnen, afrikanischen Jugendlichen in Nairobi/Kenia einen Zugang zur Musik durch Geigenunterricht zu verschaffen: überwiegend per Skype durch ausgebildete Lehrerinnen aus Hamburg, einmal jährlich vor Ort in Nairobi.

Dieser Musikunterricht ist für die Jugendlichen, die alle im Slum von Korogocho leben (müssen), der einzige Lichtblick, die einzige Freude in ihrem tristen, menschenunwürdigen Dasein. Sie können aus finanziellen Gründen keine Schule besuchen, Nahrungsmittel sind äußerst knapp und die medizinische Versorgung ist völlig unzureichend.

Die Stiftung „Chancen für Kinder“ hat deshalb in Kooperation mit Salut Salon beschlossen, hier aktiv zu werden.

Unsere Ziele:

Ausbildung

Schulstipendien für die Mitglieder des Jugendorchesters; Ausbildung von jugendlichen Mentoren, die Jüngere anleiten können.

Ernährung

Landwirtschaftsprojekt zur Förderung von Gemüseanbau durch die Familien: für den Eigenbedarf und den Verkauf auf dem Markt; Bereitstellung von Anlagen zur Wasserreinigung und -aufbereitung

Gesundheit

Förderung ärztlicher Behandlung von Kindern und Jugendlichen, die z.B. an Asthma oder Allergien leiden